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BUGA 2031

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Die Vorgeschichte
Aus den Nebeln der Wupperauen entstieg irgendwann die Vision eine Hängebrücke über das gesamte Wuppertal. Aus diesem Gewaber wurde dann die Idee immer deutlicher, man könne doch diese Hängeseilbrücke, am schönsten im tibetischen Stil, am besten im Rahmen einer Bundesgartenschau (BUGA) realisieren. Wobei es bis heute ein Rätsel bleibt, was eine Talbrücke mit einer Gartenschau zu tun hat.
Spektakulär soll sie sein, diese Talbrücke, einzigartig und zum Staunen.
Nach der ersten Machbarkeitsstudie beschloss dann der Stadtrat die Durchführung der BUGA 2031 mit der Mehrheit der Stimmen von SPD, CDU und den Grünen. Seltsamerweise erfolgte der Bürgerentscheid ein halbes Jahr nach dem bereits gefassten Ratsbeschluss. Zweite Merkwürdigkeit: Man musste mit Ja stimmen, wenn man die BUGA ablehnte. Die Stimmenmehrheit für die BUGA war dann hauchdünn.
Zügig wurde dann Anfang 2023 der Durchführungsvertrag unterzeichnet und Anfang 2024 die BUGA gGmbH mit Frau Brambora-Schulz an der Spitze gegründet.
Skepsis und Kritik waren von Anfang an groß und vielfältig. In erster Linie wurde und wird die finanzielle Machbarkeit bezweifelt, so z.B. durch den damaligen Kämmerer der Stadt (CDU!) in einem Sondervotum. Wie zutreffend die Kritik ist und war, konnte man schon daran erkennen, dass bald darauf das ursprüngliche Gesamtareal der BUGA bedeutend verkleinert („verzwergt“) werden musste, um überhaupt im vorgegebenen Finanzrahmen zu bleiben. Weitere Abstriche sollten folgen.

Die Finanzen
Nach dem heutigen Stand (3.2026) betragen die gesamten Kosten Der BUGA (Investitionen und Durchführung) ca. 147 Mio €, wovon auf die Stadt mind. stolze 71 Mio € entfallen. Die BUGA gGmbH hofft mit Fördergeldern, Eintrittsgeldern und Sponsoring auf Einnahmen in ähnlicher Höhe. Mehr als eine Hoffnung ist dieses gedankliche Nullsummenspiel allerdings nicht, belastbare Fakten sind nicht zu erkennen. Tatsache ist hingegen, dass auf die Stadt zunächst Verbindlichkeiten von bis zu über 70 Mio € zukommen, und das bei einer jährlichen Neuverschuldung der Stadt von jetzt über 150 Mio € (3.2026) und einem Haushaltssicherungskonzept. Fakt ist, dass dieses Geld folglich für drängende Aufgaben der Stadt, zum Beispiel im sozialen, schulischen und kulturellen Bereich, nicht mehr zur Verfügung steht.

Das Konzept
Das Konzept der BUGA, rund um ihren Ausgangspunkt einer spektakulären Hängeseilbrücke, wirkt eher wie eine zusammengestückelte Notlösung als ein durchdachtes Gesamtkonzept auf der Höhe der Zeit.
Die BUGA 2031 soll dezentral an drei verschiedenen, z.T. weit auseinanderliegenden Kernarealen ausschließlich im Wuppertaler Westen stattfinden:
1. das Vorzeigeprojekt einer Hängeseilbrücke von der Kaiserhöhe zur Königshöhe über das Tal der Wupper hinweg
2.  das Zoo-Areal mit einer Seilbahn hinauf zur Königshöhe
3. Vohwinkel als Kernareal für die eigentliche Gartenschau.
Insgesamt handelt es sich um eine („verzwergte“) Fläche von 18 ha, die im Vergleich zu früheren BUGAs auffallend klein ist. Auch ihre dezentrale Zersplitterung ist für eine BUGA ungewöhnlich. Eine Folge ist, dass die Besucher*innen zwischen diesen Arealen ein innerörtlicher Shuttle-Service eingerichtet werden muss und lange Fußwege auf die Besucher*innen warten. Es darf also bezweifelt werden, ob für die Besucher*innen überhaupt alle Bereiche an einem Tag zu erreichen sind. Ein Mobilitätskonzept für die BUGA 2031 ist bis jetzt (3.2026) nicht einmal im Ansatz zu erkennen.

Autor: Georg Dieker-Brennecke

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